Das Bundesnetzwerk Drogenpolitik bei Bündnis 90/Die Grünen ist eine bundesweite Arbeitsgemeinschaft, die der Drogenpolitik in Partei und Öffentlichkeit neue Impulse geben und alternative Wege aufzeigen möchte.

Grüne unterstützen Polizeipräsident Wimber: “Er hat eine wichtige Diskussion angestoßen”

4. Februar 2010

Münsters grüne Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink, zugleich Gesundheitsexpertin ihrer Partei im Bundestag, hat sich jetzt in die Diskussion um die Äußerungen von Polizeipräsident Hubert Wimber zur Drogenpolitik eingeschaltet.

Wie die Politikerin anmerkt, habe der Behörden-Chef eine “wichtige Debatte” angestoßen. Anders als von Christdemokraten unterstellt, sei von ihm kein Zweifel daran gelassen worden, dass die Beamten Verstöße gegen die Gesetzeslage ahnden würden. “Die Polizei kann ihr Handeln nicht danach ausrichten, ob sie ein Gesetz als ,gut’ oder ,schlecht’ ansieht”, habe eine von Wimbers unmissverständlichen Aussagen gelautet. So gehe es vielmehr darum, dass die
geltende Paragrafenlage in eine Sackgasse geführt habe.

“Kein wirksamer Verbraucherschutz”

“Die Kriminalisierung von Konsumenten, wie sie gerade durch die ausgesprochen niedrige Menge, die man in Nordrhein-Westfalen besitzen darf, verstärkt wird, führt letztlich dazu, dass viele Jugendliche mit dem Gesetz in Konflikt geraten.
Außerdem kann so kein wirksamer Verbraucherschutz greifen”, fügt GAL-Ratsherr Carsten Peters hinzu. “Wir brauchen eine Kehrtwende – eine Kehrtwende, die Aufklärung favorisiert, zudem den verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Gesundheit fördert”, spricht sich Peters für ein Umdenken aus.

Zusätzlich benötige man man politische Rahmenbedingungen, die jugendtypische Verhaltensweisen von illegalen Märkten abkoppele. Vernünftige, sachliche Cannabis-Politik dürfe das Gefährdungspotenzial dieses Rauschmittels nicht verharmlosen. Ähnlich wie bei Alkohol und Tabak müsse die Entkriminalisierung zusammengehen mit Programmen zum Jugendschutz, zur Prävention und zur Schadensminderung, unterstreichen Klein-Schmeink und Peters.

03.02.2010 – ECHO

TAZ: Anwohner gegen Druckraum – Den Druck rausnehmen

3. Februar 2010

In Kreuzberg sträuben sich Anwohner gegen die Eröffnung eines Druckraums für Junkies. In Moabit war das vor einigen Jahren ähnlich. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt.

Foto einer Spritze in einer Metallschale
Abdrücken in Ruhe, aber möglichst weit weg von Anwohnern. Foto: ap

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Bundesregierung planlos beim Jugendschutz

3. Februar 2010

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0112
Datum: 3. Februar 2010

Bundesregierung planlos beim Jugendschutz

Zur Ankündigung der CDU/CSU-Fraktion, jugendliche Testkäufer im Jugendschutzgesetz zu verankern erklärt Kai Gehring, Sprecher für Jugendpolitik:

Die Bundesregierung agiert auch beim Jugendschutz widersprüchlich und planlos. Während die Bundesdrogenbeauftragte Testkäufe durch Jugendliche grundsätzlich ablehnt, kündigt die Union bereits die Verankerung derselben im Jugendschutzgesetz an.

Statt Profilierungsgehabe brauchen wir wirksame Gesamtstrategien gegen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen und schärfere staatliche Kontrollen des bestehenden Jugendschutzes. Ordnungspolitischer Änderungsbedarf besteht vor allem darin, ein abschreckendes Mindestbußgeld bei Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz einzuführen. Auf eine entsprechende Verabredung zwischen Bund und Ländern unter anderem durch die Jugendministerkonferenz warten wir nun seit Jahren. Werbeeinschränkungen und Verteuerungsstrategien, wie etwa das erfolgreiche Alkopop-Gesetz, müssen diskutiert werden.

Das Vollzugsdefizit im Jugendschutz muss verringert werden. Der Einsatz von über 16-jährigen Testkäufern ist dann sinnvoll und akzeptabel, wenn dafür ein enger Rahmen verbindlich gesetzt ist: Ausschluss des Einsatzes im sozialen Nahraum, pädagogische und psychologische Begleitung sowie ein psychologischer Eignungstest.

(c) Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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Drogen im Strafvollzug: Realitätsfremder Gesetzentwurf des Bundesrates

1. Februar 2010

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0099
Datum: 1. Februar 2010

Drogen im Strafvollzug: Realitätsfremder Gesetzentwurf des Bundesrates

Zum Gesetzentwurf des Bundesrates, das Strafmaß für das Einbringen von Drogen in den Strafvollzug zu erhöhen, erklären Harald Terpe, Sprecher für Drogen und Suchtpolitik, und Jerzy Montag, Sprecher für Rechtspolitik:

Der Gesetzentwurf des Bundesrates ist atemberaubend realitätsfern und zynisch.
Statt die in vielen Bundesländern völlig unzureichenden Therapieangebote für abhängige Menschen in Haft zu verbessern, verfällt der Bundesrat in eine überwunden geglaubte rechtspolitische Repressionslogik. Seinem Resozialisierungsauftrag kann der Strafvollzug unter diesen Bedingungen nicht gerecht werden. Dafür tragen die Bundesländer die Verantwortung.

Das Vollzugspersonal ist häufig überlastet und nicht ausreichend geschult. Es gibt nicht genügend Substitutionsplätze und kaum psychosoziale Beratungsangebote für drogenabhängige Haftinsassen. Spritzentauschprogramme zur Vermeidung von Infektionen mit HIV und Hepatitis gibt es schon gar nicht. Dies alles führt dazu, dass die Gefangenen eben nicht auf ein Leben außerhalb der Gefängnismauern vorbereitet sind. Strafverschärfungen ändern daran überhaupt nichts.

(c) Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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Prohibition tötet – Milzbrandtodesfall in Deutschland

17. Januar 2010

17.01.2010: Zur Meldung des Robert Koch Instituts über den Milzbrandtodesfall eines Drogenkonsumenten in Nordrhein-Westfalen erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:

„Der VerbraucherInnenschutz muss endlich auch für HeroinkonsumentInnen gelten. Während RaucherInnen immer umfassend über die Qualität des Tabaks informiert sind, müssen KonsumentInnen illegaler Drogen noch immer auf die völlig unsichere Qualität am Schwarzmarkt vertrauen. Der aktuelle Todesfall durch die Verunreinigung von Heroin mit Milzbranderregern ist nur die Spitze des Eisbergs. Die schottischen Behörden meldeten allein im Dezember sieben Todesfälle.

Wir bekräftigen deshalb unsere Forderung nach dem Ende der Drogenprohibition. Es ist Zeit für eine vernünftige und humane Drogenpolitik. Diese muss auch den Ausbau der bedarfsgerechten Versorgung von Abhängigen mit Substitutionsmitteln wie Methadon beinhalten. Statt Verboten setzen wir auf die Einführung von Drogenfachgeschäften, um KonsumentInnen legal die Möglichkeit zu geben, saubere Drogen sowie Beratungs- und Aufklärungsangebote zu erhalten.“

Bei Rückfragen:
GRÜNE JUGEND Bundesgeschäftsstelle – 030 / 275 940 95

Cannabis in den USA: Ein Beispiel das Schule machen muss

16. Januar 2010

US-Regierung stellt medizinischen Gebrauch von Cannabis straffrei
Die Grüne Bundestagsfraktion hat folgenden Artikel in ihrem Gesundheitsnewsletter vom 15. Januar 2010: Die neue US-Regierung hat Gesetze einiger Bundesstaaten zur medizinischen Verwendung von Cannabis erlaubt. Menschen, die Cannabis aus medizinischen Gründen gebrauchen, gehen straffrei aus. Die Regierung von George W. Bush hatte diese Gesetze nicht anerkannt und die Bestrafung von Cannabis-Konsumentinnen und -konsumenten verlangt.

Die neue Entscheidung der amerikanischen Regierung ist richtig. Sie sollte auch hierzulande Schule machen. Eine gesetzliche Regelung zur straffreien medizinischen Nutzung von Cannabis in Deutschland ist überfällig. Zwar wurde die medizinische Verwendung von Cannabis in den letzten Jahren in Deutschland erleichtert. Zuletzt haben Anfang 2009 einige Patientinnen und Patienten erstmalig die Erlaubnis erhalten, Cannabisblüten aus der Apotheke zu beziehen.

Das Antragsverfahren hierfür ist jedoch nach wie vor bürokratisch und dauert in der Regel mehrere Monate. Die bisweilen erheblichen Kosten der Behandlung mit einem Cannabispräparat müssen zudem von den Patientinnen und Patienten selbst getragen werden. Derzeit liegen die Kosten für 5 Gramm Cannabis beim Bezug über eine Apotheke zwischen 80 und 110 Euro.

Ein zugelassenes und damit von den Krankenkassen zu bezahlendes Medikament auf Basis von Cannabis existiert bislang nicht. Wir fordern daher nach wie vor eine gesetzliche Regelung, bei der der Erwerb, Anbau und Besitz von Cannabis zur medizinischen Verwendung straffrei bleibt, wenn der behandelnde Arzt die Verwendung von Cannabis empfiehlt.

21. Oktober 2009

Grüne Jugend SPUNK zum Thema Genuss und Drogen

23. Dezember 2009

Drogen in der Menschheitsgeschichte – einige Schlaglichter
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632051.html

Zeitleiste der Drogengeschichte – eine zeitliche Übersicht über den Umgang mit Drogen, Prohibition und andere spannende Daten.
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632055.html

Editorial – Editorial zur aktuellen Ausgabe. Hinweise zur Layoutveränderung, Informationen über die Artikel und deren Autor_innen
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632056.html

Fakten, Fakten, Fakten … – … über den weltweiten Genussmittelkonsum
http://www.gruene-jugend.de/spunk/631691.html

Genuss: Harte Arbeit, oder was? – Ein Artikel, der sich mit Normen, Werten & Calvinismus auseinandersetzt
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632058.html

Gib mir mehr! – Die Qual ohne Wahl. Ein kurzer Artikel über Sucht und die damit einhergehenden Probleme.
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632059.html

Drugchecking in Deutschland und Europa – Der Umgang mit Drug-Checking wird in vielen Ländern sehr unterschiedlich gehandhabt, fast nirgendwo wird das gesamte Potential ausgenutzt.
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632060.html

Genussfähigkeit als Teil der Drogenmündigkeit – Ein philosophischer Text über die Genussfähigkeit der Menschen und was für Folgen das eigentlich auf den Drogenkonsum haben sollte
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632062.html

Straight edge – Das Leben genießen ohne Drogen
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632083.html

Die (GRÜNE) JUGEND und ihr Einstiegsalter – Umfrage über den Beginn des Drogenkonsums
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632075.html

Genuss in Eritrea – Eine Auslandskorrespondenz von Georg über die Genuss(möglichkeiten) in Eritrea.
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632072.html

Ökofairer Konsum – - Lediglich Genuss für reiche LOHAS?
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632070.html

Arbeit, Arbeit, Arbeit… – … und wo bleibt das Vergnügen?
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632069.html

Eine Frage der Definition – Wie Werbung mit unserem Genussempfinden spielt
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632068.html

Was im Körper feiert, wenn du feierst – Der medizinische Hintergrund des Drogenkonsums
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632065.html

Alkoholkonsum in Finnland – Der Mythos der saufenden Finn_innen – und was da wirklich dran ist
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632064.html

Die (GRÜNE) JUGEND und ihr Einstiegsalter (mit Graphiken)
http://blog.gruene-jugend.de/archives/2265

Genieße Kopenhagen! – Was die GRÜNE JUGEND in Kopenhagen plant! Und warum DU nicht fehlen solltest, wenn die entscheidenden Sitzungen der wichtigsten Menschen der Erde stattfinden.
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632086.html

Sex, Drugs & Rock’n'Rollstuhl – Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderung
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632085.html

Satire: SPUNKEN kann toedlich sein – Ein sinnloser Warnhinweis der Redaktion
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632084.html

Brief des BuBiBeis an die Basis – Es gibt neue Koordinator_innen, viele spannende Seminare warten und wer noch auf keiner FaFo-Liste ist, sollte das unbedingt ändern.
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632079.html

Der BuKo der Extreme – Ein Bericht über den Rekord-BuKo. Nie zuvor sind wir so viele Teilnehmer_innen gewesen
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632077.html

Vorstellung des neuen BuVos – Was ihr unbedingt über das Genussverhalten unseres BuVos wissen solltet.
http://www.gruene-jugend.de/spunk/632074.html

Dokumentation online: Fachgespräch: Jugend im Rausch?

6. Dezember 2009

Die Dokumentation des Fachgespräch “Jugend im Rausch? Grünes Fachgespräch zum Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen” ist jetzt online verfügbar.

PM der Grünen Jugend: Selbstbestimmung statt Bevormundung

14. November 2009

Berlin, den 13.11.2009

Zum Vorschlag Mechthild Dyckmans (FDP) für den Posten der Drogenbeauftragten der Bundesregierung erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:

„Die Drogenpolitik der letzten Jahre war geprägt von Abstinenzdenken und Freiheitseinschränkungen. Nach zwei SPD-Drogenbeauftragten muss eine liberale Drogenbeauftragte hier endlich die Wende schaffen. Selbstbestimmung ist die zentrale Forderung der FDP in der Gesundheitspolitik. Wir fordern die designierte Drogenbeauftragte Dyckmans auf, die Selbstbestimmung endlich auch zur Prämisse in der Drogenpolitik zu machen.

Konkret bedeutet das, den unkontrollierten Schwarzmarkt zu regulieren und in einen legalen Fachmarkt zu überführen. Wir brauchen keine weitere Bevormundung und Kriminalisierung, sondern sollten durch die Förderung von Drogenmündigkeit die Menschen in ihren selbstbestimmten Entscheidungen unterstützen. Dieser Prozess beginnt mit einer kritischen Auseinandersetzung mit den negativen Folgen der Drogenverbotspolitik und der sofortigen Entkriminalisierung aller DrogenkonsumentInnen.

Wir werden Dyckmans an der Durchsetzung einer liberalen Drogenpolitik messen!“

Link zur PM bei der Grünen Jugend
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Übliche Mythen und falsche Behauptungen zu Cannabis

5. April 2009

Aufgrund der aktuellen Diskussionen und Reaktionen über unseren Antrag zu Cannabis haben wir einige der üblichen Mythen zu Cannabis auf einer Webseite zusammengestellt und unsere Antworten dazugesetzt.