Psychosen und Abhängig von Cannabis

Cannabis ist eine gefährliche Droge. Man kann an Psychosen erkranken und abhängig werden.

Keine Droge ist harmlos. Welche gesundheitlichen Risiken der Cannabiskonsum beinhaltet, hängt in erster Linie von der konsumierten Menge und der Art des Konsums ab. Für die Behauptung, dass einmaliger oder gelegentlicher Cannabiskonsum schädlich ist, gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg. Als problematisch wird hingegen hochfrequenter Konsum eingeschätzt. Dieser kann zu einer psychischen Abhängigkeit und damit ggf. zu Entzugserscheinungen führen, die sich sich zum Beispiel durch Schlaflosigkeit und Unruhe äußern. Auch wird einigen Studien zufolge bei jungen Menschen mit einer entsprechenden Anlage das Risiko des Ausbruchs einer Psychose oder einer schizophrenen Psychose begünstigt. Für das häufig genannte amotivale Syndrom fehlen bislang empirische Belege. Auch der kausale Zusammenhang zum Cannabisgebrauch ist nicht belegt (Aden, Stolle 2011).

Was sind die akuten Wirkungen des Cannabisgebrauches? Die meisten Wirkungen betreffen die Psyche. Der insbesondere durch das THC erzeugte Rauschzustand führt zu leichter Euphorie, zu einer Veränderung der Zeitwahrnehmung und Störungen des Kurzzeitgedächtnisses. Bei hohen THC-Dosen können Angstzustände hervorgerufen werden. Zudem bewirkt akuter Cannabisgebrauch unter anderem eine Verminderung der Reaktionsfähigkeit, der Aufmerksamkeit und der Feinmotorik.

2012 erschien eine Studie aus den USA, in der 1037 Neuseeländer seit ihrer Geburt 1972/1973 begleitet wurden. Dabei fanden die Forscher der Universität Durham heraus, dass der IQ derjenigen Patientinnen und Patienten, die Cannabis seit mehr als 20 Jahren regelmäßig (mindestens vier Mal in der Woche) konsumieren und überdies bereits in der Pubertät damit angefangen hatten, beeinträchtigt war. Besonders stark, nämlich sechs IQ-Punkte, war der Effekt bei jenen, die bereits vor ihrem 18. Lebensjahr abhängig geworden waren.

Die Studie enthält noch eine Reihe weiterer interessanter Details. So widerlegt die Studie beispielsweise die gängige These, regelmäßiger Cannabiskonsum würde das Risiko, an einer schizophrenen Psychose zu erkranken, exorbitant steigern. Im Durchschnitt erkrankt maximal einer von 100 Menschen daran. Verglichen damit entwickeln durch Risikofaktoren wie dem Leben in einer Großstadt oder eben starkem Cannabiskonsum etwa 1-2 Menschen im Laufe ihres Lebens eine Schizophrenie.

Robin Murray, einer der britischen Mitarbeiter der Studie sagt in einer Pressemitteilung der Universität Durham (USA):

We have known for some time that heavy use of cannabis increases risk of schizophrenia-like psychoses but this remains a relatively rare outcome so it’s not so important from a public health point of view.

In dieser Pressemitteilung sagen die Autoren noch weitere für die Rezeption der Studie wichtige Dinge:

Quitting or cutting down on cannabis later in life did not fully reverse the impact on those who started taking the drug in their early teens. But the study found no evidence of similar problems affecting people who only took up cannabis as adults.

Und Terrie Moffitt, eine Mitautorin der Studie, kommentiert so:

Participants were frank about their substance abuse habits because they trust our confidentiality guarantee, and 96% of the original participants stuck with the study from 1972 to today. It’s such a special study that I’m fairly confident that cannabis is safe for over-18 brains, but risky for under-18 brains.

Weitere Mythen rund um Cannabis

Weitere, uns oft entgegengebrachte Mythen und Legenden rund um Hanf:

  1. Gestiegener THC-Gehalt
  2. Cannabis ist eine Einstiegsdroge
  3. Psychosen und Abhängig von Cannabis
  4. Konsumenten sind schon entkriminalisiert
  5. Die Kriminalisierung ist erfolgreich

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