GAL Hamburg – Drogen und Sucht: Helfen statt kriminalisieren

Drogen und Sucht: Helfen statt kriminalisieren

Legaler und illegaler Drogenkonsum sind gesellschaftliche Realität. Abhängigkeit kann dabei mit Repression nicht wirksam bekämpft werden, daher stellen wir Prävention und Hilfen für Betroffene ins Zentrum unserer Politik. Neue Ansätze gegen die Drogenkriminalität wollen wir unvoreingenommen prüfen, etwa partielle Legalisierung oder staatlich kontrollierte Drogenabgabe. Die kontrollierte Abgabe von Diamorphin an Heroinabhängige in Hamburg wollen wir fortführen. Zudem unterstützen wir das Pilotprojekt „Drugchecking“ für Hamburg, das Konsumenten vor gepanschten Drogen schützt.

Wir wollen das Suchthilfesystem kontinuierlich evaluieren und weiterentwickeln, besonders bei Verhaltenssüchten wie etwa der Spielsucht. Es wird angestrebt, für das Glücksspiel eine nachhaltige und Rechtssicherheit bietende Lösung zu schaffen, die das staatliche Glücksspielmonopol im Zentrum hat. Für eine wirksame Prävention ist es unerlässlich, Spielhallen und Spielautomaten stärker zu regulieren. Hier wollen wir landesrechtliche Möglichkeiten für eine sinnvolle Regulierung ausschöpfen und eine Bundesratsinitiative starten.
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Das umfasst die konsequente Bekämpfung von Obdachlosigkeit, wirksame Hilfen für Drogenkonsumierende und eine Stadtplanung, die Angsträume vermeidet.

Quelle: Grünes Wahlprogramm zur Bürgerschaftswahl 2011 in Hamburg

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Eine Antwort auf GAL Hamburg – Drogen und Sucht: Helfen statt kriminalisieren

  1. D. Bartsch sagt:

    Meine Damen und Herren.
    Ich möchte bitte genau wissen, was sie unter einer „partiellen Legalisierung“ verstehen? Oder einer staatlich kontrollierten Drogenabgabe? Ich wünsche mir klare Regelungen insbesondere im Umgang mit Cannabisprodukten. Die Prohibitionspolitik ist doch schon so lange gescheitert, dafür brauche ich mich nur in Hamburg umzuschauen. An meinem Beispiel fordere ich nach GG Art. 2 (1) mein Recht mich zu entspannen ,oder berauschen zu dürfen. Das lässt sich nur mit einer Legalisierung des Anbaus für die Selbstversorgung bewerkstelligen. Dazu müsste auch der Handel mit Hanfsamen und Stecklingen sofort von der Strafverfolgung ausgeschlossen werden! Die Anzahl an Pflanzen für einen (theoretischen) Jahresbedarf müßte noch ermittelt werden, aber meiner Einschätzung nach wird er bei ca. 20-25 Pflanzen liegen. Der Anbau auf Balkonen, in Gewächhäusern, in Privaten Gärten und in speziell eingerichteten „Zuchträumen“ muß dann logischerweise auch aus der Strafverfolgung heraus getrennt werden.
    Laut BtMG § 29 (5) „Das Gericht kann von einer Bestrafung… absehen, wenn der Täter die Betäubungsmittel lediglich zum Eigenverbrauch in geringer Menge anbaut, herstellt, einführt, durchführt, erwirbt, sich in sonstiger Weise verschafft oder besitzt.“ Ich frage noch mal: Was sind geringe Mengen?
    Zum Thema „Drugchecking“. Lassen sie mich raten. Es geht um Heroin und ähnliches? Nach den (ich glaube über 100) belegten Fällen von schweren Bleivergiftungen bei cannabis Konsumenten im Raum Leipzig, und vielen anderen zum Teil Gesundheitsschädlichen Substanzen die häufig auf „gehandelter Ware“ zu finden sind würden Tests in diesen Bereich auch sinn machen.
    Die Sorge gebe es bei Marijuana das man sich selber anbauen würde nicht.
    Einmal kurz zu mir und meinen Nöten. Ich bin 30 Jahre alt, und lebe in Hamburg/Harburg, bin nicht arbeitslos und „fast“ verheiratet. Seit einem halben Jahr bin ich Diabetiker Typ1, und vertrage körperlich keinen Alkohol mehr ohne höchste Folgerisiken (z. B. Unterzuckerung o. Nervenschäden) in kauf zu nehmen! Cannabis hab ich früher schon gerne mal geraucht, und muß ihnen mitteilen, das es bei mich immer positive Effekte auslöste, nicht so wie mit Alkohol, der ein schon oft das Ende des letzten Partyabends vergessen lassen hatte. Ich möchte doch nur das Recht auch mein Bedürfniss nach einem vergleichsweise harmlosen Genussmittel selber stillen zu können. Deshalb möchte ich diese Nachricht für sie jetzt auch mit einem Zitat von Günther Amendt auf dem Hamburger Hanffest 2001 im Schanzenpark beenden:

    “Ich bin der Meinung, dass die Art wie in dieser Gesellschaft mit Cannabis umgegangen wird absolut irrational ist, und ich hoffe eben einfach, eine der wenigen Sachen, die ich hoffe noch zu meinen Lebzeiten zu erleben, dass man vernünftiger mit Hanf umgeht, und das heißt das man Hanf legalisiert. Und zwar sowohl den Anbau, wie den Vertrieb, wie den Verkauf, wie den Konsum legalisiert. Das ist meine Hoffnung, weil ich Hanf tatsächlich für die harmloseste aller psychoaktiven Substanzen halte, und weil Hanf eine Droge der Verlangsamung ist, und in einer Zeit, wo alles sich beschleunigt, unterstütze ich alles was das Leben verlangsamt. Deshalb bin ich ein Freund von Hanf, Cannabis, Marijuana, Haschisch, THC!”

    – Während er dies sprach, hielt er einen Joint in den Fingern seiner linken Hand…

    Bis heute, 10 Jahre später ist noch nichts passiert, und jetzt ist er Tod.
    Günther Amendt starb am 12. März 2011 im Alter von 71 Jahren als er und andere an einer Ampel in Eppendorf “auf grün warteten”, und die Gruppe von einem Auto überfahren wurden. Mit ihm starben noch drei weitere Menschen aus der Hamburger Kulturszene, acht weitere wurden verletzt. Der Fahrer hatte Gras geraucht, und litt an Epilepsie. Wenn Hanf legal währe, hätte dieser schrecklichen Unfall vielleicht verhindert werden können…
    Mfg
    PS: Bei weiteren Fragen, meine Mailadresse haben sie ja.
    Bitte machen sie sich über das Thema Gedanken. In der Frage muß sich endlich was bewegen. Beispiele aus Kalifornien, den Niederlanden und Spanien zeigen das es Möglichkeiten gibt die Gesetze auch Bürger- und Staatsfreundlich auszulegen.
    Wir brauchen klare Richtlinien! Zahlen an die man sich hält und gut.

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